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Rechner Kaufnebenkosten

Kaufnebenkosten-Rechner Kanton Bern

Wer im Kanton Bern ein Haus oder eine Wohnung kauft, zahlt neben dem Kaufpreis Handänderungssteuer, Notariat und Grundbuch, oft auch einen neuen Schuldbrief. Der Rechner zeigt Ihnen in einer Minute, wie viel Geld Sie zusätzlich zum Kaufpreis bereithalten müssen.

Beispiel

Was ein Kauf für 1 Mio. CHF zusätzlich kostet

Ein Ehepaar kauft im Seeland ein Einfamilienhaus für 1’000’000 CHF. Die Bank verlangt einen neuen Schuldbrief, das Notariat für den Kaufvertrag übernimmt das Paar ganz. So sieht die Rechnung aus, einmal mit und einmal ohne Selbstnutzung:

CHFSelbst bewohntNicht selbst bewohnt
Handänderungssteuer 1,8 %3’60018’000
Notariat Kaufvertrag inkl. Auslagen, Nebenarbeiten und MWST4’4814’481
Grundbuch Eigentumseintrag inkl. Nebengebühren (zwei Personen)320320
Stundung Handänderungssteuer (Gesuch und Abschluss)1’000–
Grundbuch Schuldbrief140140
Notariat Schuldbrief (Annahme)800800
Total Nebenkosten10’34123’741
Eigenmittel 20 % des Kaufpreises200’000200’000
Eigene Mittel insgesamt210’341223’741

Der grösste Posten ist die Handänderungssteuer. Wer selbst einzieht, zahlt sie nur auf dem Teil des Kaufpreises über 800’000 CHF; das spart hier 14’400 CHF. Die Befreiung gilt aber nicht automatisch: Sie beantragen sie beim Kauf über das Notariat, ziehen innert eines Jahres ein und wohnen mindestens zwei Jahre ununterbrochen ausschliesslich selbst dort. Schon ein Firmensitz an der Adresse kann die Befreiung kosten. Mehr dazu im Beitrag Kaufnebenkosten im Kanton Bern.

Zusätzlich zu den Nebenkosten verlangt die Bank mindestens 20 Prozent Eigenmittel, davon mindestens 10 Prozent nicht aus der Pensionskasse. Liegt der Kaufpreis über dem Wert, den die Bank ansetzt, kommt die ganze Differenz dazu, ebenfalls ohne Pensionskassengeld. Ob Ihre Finanzierung trägt, klären wir gerne mit Ihnen in der Finanzierungsberatung.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu den Kaufnebenkosten

Wer selbst einzieht, rechnet bei Kaufpreisen zwischen rund 500’000 und 1 Mio. CHF mit etwa 0,8 bis 1 Prozent des Kaufpreises. Ohne Selbstnutzung, etwa bei einer Renditeliegenschaft, sind es rund 2,4 bis 2,6 Prozent, weil die Handänderungssteuer von 1,8 Prozent auf dem ganzen Preis anfällt. Modellrechnung für ein Ehepaar mit neuem Schuldbrief bei 800’000 CHF Kaufpreis: selbst bewohnt rund 6’100 CHF, nicht selbst bewohnt rund 19’500 CHF. Dazu kommt allenfalls eine Elektrokontrolle.

Wer die Liegenschaft als Hauptwohnsitz selbst nutzt, zahlt auf den ersten 800’000 CHF des Kaufpreises keine Handänderungssteuer; das spart bis 14’400 CHF. Das Gesuch stellen Sie beim Kauf über das Notariat. Das Grundbuchamt stundet die Steuer zuerst und erlässt sie, wenn Sie innert eines Jahres einziehen (bei einem Neubau innert zwei Jahren) und mindestens zwei Jahre ununterbrochen ausschliesslich selbst dort wohnen. Ziehen Sie früher aus oder vermieten Sie, wird die Steuer mit Zins nachgefordert. Das gilt auch, wenn eine Firma ihren Sitz oder ihr Geschäftsdomizil an dieser Adresse hat. Für Stundung und Abschluss verlangen die Behörden zusammen rund 1’000 CHF Gebühren.

Die Handänderungssteuer schuldet im Kanton Bern von Gesetzes wegen die Käuferschaft, sofern der Kaufvertrag nichts anderes regelt. Wer die Notariats- und Grundbuchkosten trägt, ist Verhandlungssache: Häufig übernimmt sie die Käuferschaft, manchmal teilen sich beide Seiten. Die Aufteilung steht im Kaufvertrag.

Die Gebühr für den Kaufvertrag folgt einem kantonalen Rahmentarif, der sich nach dem Kaufpreis richtet (Verordnung über die Notariatsgebühren). Bei 800’000 CHF liegt sie zwischen 2’495 und 3’875 CHF; der Rechner nimmt den Mittelwert von 3’185 CHF und kommt mit Auslagen und Nebenarbeiten von rund 400 CHF sowie 8,1 % MWST auf rund 3’900 CHF. Für einen neuen Schuldbrief rechnet das Notariat zusätzlich nach Zeitaufwand ab, erfahrungsgemäss rund 700 bis 1’000 CHF. Verlangen Sie im Zweifel vorab eine Kostenschätzung.

Nein. Banken finanzieren höchstens 80 Prozent des Kaufpreises bzw. des tieferen Belehnungswerts und die Nebenkosten gehören nicht dazu. Sie brauchen also mindestens 20 Prozent Eigenmittel, davon mindestens 10 Prozent nicht aus der Pensionskasse, und zusätzlich die Nebenkosten aus eigenen Mitteln. Schätzt die Bank tiefer als den Kaufpreis, steigt der Bedarf um die ganze Differenz, ohne Pensionskassengeld. Der Rechner zeigt beides zusammen.

Die Bank sichert die Hypothek mit einem Schuldbrief im Grundbuch. Besteht bereits einer in genügender Höhe, wird er meist an Ihre Bank übertragen; das ist günstiger. Sonst wird ein neuer errichtet oder der bestehende erhöht, was Notariat und Grundbuchgebühren kostet. Fragen Sie Ihre Bank früh, was sie verlangt.

Bei einem Eigentümerwechsel muss die Elektroinstallation kontrolliert werden, wenn die letzte Kontrolle mehr als fünf Jahre zurückliegt (Niederspannungs-Installationsverordnung). Ein unabhängiges Kontrollorgan prüft die Anlage und stellt den Sicherheitsnachweis aus; Mängel müssen behoben werden. Verantwortlich ist der Eigentümer, wer die Kosten trägt, regelt der Kaufvertrag. Je nach Objekt und Anbieter kostet die Kontrolle rund 250 bis 600 CHF, ohne Mängelbehebung.

Neben Zins und Amortisation zahlen Sie die Prämie der Gebäudeversicherung, die im Kanton Bern obligatorisch ist, in vielen Gemeinden eine Liegenschaftssteuer von höchstens 1,5 Promille des amtlichen Werts sowie Gebühren für Wasser, Abwasser und Kehricht. Für Unterhalt und Nebenkosten rechnen Banken pauschal mit rund 1 Prozent des Werts pro Jahr. Bei Stockwerkeigentum kommen Beiträge an den Erneuerungsfonds und die Verwaltung dazu und bis Ende 2028 versteuern Sie den Eigenmietwert.

Grundlagen und Quellen des Rechners
  • Handänderungssteuer: 1,8 Prozent des Kaufpreises. Bei Selbstnutzung als Hauptwohnsitz Befreiung auf den ersten 800’000 CHF, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind (Gesuch, Einzug innert Frist, zwei Jahre Selbstnutzung, Nachweis innert 30 Tagen nach Ablauf der Stundung). Handänderungssteuergesetz (HStG, BSG 215.326.2), Grundbuchamt des Kantons Bern.
  • Notariat Kaufvertrag: Rahmentarif nach Kaufpreis (Art. 13 und Anhang 1). Ein Kaufpreis zwischen zwei Stufen fällt in die nächsthöhere Stufe; der Rechner nimmt den Mittelwert der Stufe und zeigt die Spanne vom tiefsten bis zum höchsten Ansatz, dazu Auslagen und Nebenarbeiten von erfahrungsgemäss rund 400 CHF und 8,1 % MWST. Den Schuldbrief rechnet das Notariat nach Zeitaufwand ab, mindestens 200 CHF, erfahrungsgemäss rund 700 bis 1’000 CHF. Verordnung über die Notariatsgebühren (GebVN, BSG 169.81), Verband bernischer Notare.
  • Grundbuch: Eigentumseintrag 200 CHF plus 20 CHF für jede weitere erwerbende Person, Schuldbrief rund 140 CHF. Dazu kommen oft Nebengebühren für Mitteilungen und Auszüge von rund 50 bis 100 CHF; der Rechner rechnet mit 100 CHF. Für Stundung und Abschluss der Befreiung von der Handänderungssteuer fallen erfahrungsgemäss rund 1’000 CHF an (rund 350 CHF beim Gesuch, rund 700 CHF beim Abschluss). Gebührenverordnung, Anhang 4B: Gebührentarif der Grundbuchämter (BSG 154.21).
  • Elektrokontrolle: Sicherheitsnachweis bei einem Eigentümerwechsel, wenn die letzte Kontrolle mehr als fünf Jahre zurückliegt (Niederspannungs-Installationsverordnung, NIV, SR 734.27). Die Kosten tragen Sie gemäss Kaufvertrag; der Rechner rechnet mit Ihrem Betrag.
  • Eigenmittel: mindestens 20 Prozent des Kaufpreises, davon mindestens 10 Prozent des Belehnungswerts nicht aus der Pensionskasse. Liegt der Kaufpreis über dem Belehnungswert, ist die ganze Differenz zusätzlich ohne Pensionskassengeld zu finanzieren (Richtlinien der Schweizerischen Bankiervereinigung für Hypothekarfinanzierungen, in Kraft seit 2025).
  • Nicht enthalten: Gebühren der Bank, Umzug, Möbel und Reserven für den ersten Unterhalt. Kauft eine Gesellschaft oder liegt ein landwirtschaftliches Grundstück vor, gelten andere Regeln.

Die Berechnung erfolgt auf unserem Server in der Schweiz. Ihre Eingaben werden dafür übermittelt, aber weder gespeichert noch ausgewertet.

Stand Oktober 2026 · Richtwerte, unverbindlich. Massgebend sind Kaufvertrag, Notariat, Grundbuchamt und Steuerverwaltung; der Rechner ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Erstellt von Noah Schärer, Inhaber der Schärer Immobilien AG in Lyss, Betriebsökonom FH mit CAS in Immobilienbewertung.

Kaufen im Seeland, mit klarer Rechnung

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